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POSTPUNKTIONELLE KOPFSCHMERZEN Postpunktionelle Kopfschmerzen können nach einer Punktion (= Einstich, Anstich) der Dura mater spinalis (= Rückenmarkshaut) bzw. des Liquorraumes (= enthält den Liquor cerebrospinalis, also die Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, auch als "Nervenwasser" bezeichnet) auftreten, dabei spielt es keine Rolle, ob die Punktion in diagnostischer (Flüssigkeitsentnahme zur Untersuchung) oder therapeutischer (Einspritzen eines Medikaments) Absicht erfolgte. Postpunktionelle Kopfschmerzen entstehen dadurch, daß sich das iatrogen (= durch ärztliche Einwirkung im Rahmen einer Diagnostik oder Therapie) entstandene Loch nicht schließt und durch dieses Leck dann Nervenwasser austritt und es auf diese Weise zu einem Unterdruck kommt, was das Gehirn mit einer Weitstellung seiner Gefäße zu kompensieren versucht. Außerdem verursacht dieser Unterdruck eine Hirnverlagerung nach unten, also steisswärts, wobei ein Zug auf schmerzempfindliche Strukturen (Nerven, Gefäße, Hirnhaut) entsteht und so diese Kopf schmerzen provoziert. Postpunktionelle Kopfschmerzen entwickeln sich innerhalb von fünf Tagen. Sie verstärken sich nach dem Aufrichten aus liegender Position innerhalb von 15 Minuten und werden nach dem Hinlegen wieder besser. Begleitend können Tinnitus (= Ohrgeräusche), Hypakusis (= Schwerhörigkeit), Photophobie (= Lichtscheu) oder Übelkeit auftreten. Bezüglich einer dominanten Lokalisation lassen postpunktionelle Kopfschmerzen kein einheitliches Muster erkennen. Mal geben Patienten an, der ganze Kopf würde schmerzen, bei anderen ist eher der Hinterkopf oder auch bevorzugt die Stirn betroffen. In den meisten Fällen klingen postpunktionelle Kopfschmerzen spontan (= von alleine) innerhalb einer Woche wieder ab. Kausale
(= ursächliche)
Therapie, falls sich das Dura-Leck nicht von selbst (wie in den
meisten Fällen) verschließt:
In der Regel klingen postpunktionelle Kopfschmerzen innerhalb von 48 Stunden nach erfolgreichem Verschluß des Liquorlecks wieder ab.
Symptomatische
(= auf das Krankheitszeichen ausgerichtete)
Therapie: Leider gibt es aber (gar nicht so selten) Fälle, bei denen postpunktionelle Kopfschmerzen weiter anhalten und so zu einem Schmerzproblem werden.
Spezielle Schmerztherapie
bei weiter anhaltenden Kopfschmerzen: Hilfreich sind darüber hinaus wechselseitige, serielle Blockaden des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich). Bestehen postpunktionelle Kopfschmerzen längerfristig, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen im Rahmen der speziellen Schmerzpsychotherapie zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen, was aber ambulant kaum möglich ist, weil es nur ganz wenige niedergelassene Psychologen gibt, die eine solche Weiterbildung absolviert haben. Zu weiteren (fast allen) Schmerzthemen gelangen Sie hier: www.schmerzklinik.com/schmerzthemen (einfach nur anklicken)
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